Das Wichtigste in Kürze
- Marketing auslagern heisst wählen zwischen drei Modellen: Freelancer für eine Disziplin, Agentur für koordinierte Kanäle, Flatrate für einen fixen Monatsbetrag mit definiertem Umfang.
- Unter CHF 2'000 pro Monat fährst du mit einem Freelancer fast immer besser, ab CHF 3'000 mit einer Agentur. Dazwischen entscheidet, wie viel Koordination du selbst leisten willst.
- Eine Marketing-Flatrate lohnt sich bei gleichbleibendem, planbarem Bedarf. Sie ist kein Sparmodell, sondern ein Kalkulationsmodell.
- Was du auslagerst, bleibt deine Verantwortung: Ziel, Budget und die Konten gehören dir, egal welches Modell.
Die meisten Schweizer KMU haben kein eigenes Marketing-Team. Die Frage ist deshalb selten, ob du Marketing auslagerst, sondern an wen und in welcher Form. Drei Modelle stehen zur Wahl: ein Freelancer oder Spezialist für eine einzelne Disziplin, eine Agentur, die mehrere Kanäle koordiniert, oder eine Marketing-Flatrate, bei der du für einen fixen Monatsbetrag einen definierten Umfang bekommst. Dieser Artikel zeigt, was die drei Modelle kosten, wo sie sich unterscheiden und welche Fragen die Entscheidung klären. Die Grundlagen zu Budget und Disziplinen stehen im Praxis-Guide Marketing für KMU.
Drei Wege, Marketing auszulagern
Der Freelancer oder Spezialist
Eine Person, oft mit langjähriger Erfahrung in genau einer Disziplin: Suchmaschinenoptimierung, Google Ads, Social Media, Texte oder Design. Du sprichst direkt mit der Person, die die Arbeit macht, es gibt keine Account-Manager dazwischen und keinen Overhead. Der Preis folgt dem Stundenansatz, in der Schweiz je nach Disziplin und Seniorität zwischen CHF 110 und CHF 280, oder einem kleinen monatlichen Retainer. Die Grenzen: Ferien und Krankheit sind nicht abgedeckt, und sobald mehrere Disziplinen zusammenspielen müssen, koordinierst du sie selbst.
Die Agentur
Ein Team mit mehreren Rollen: Strategie, Umsetzung, Design, Analyse. Die Agentur koordiniert die Kanäle, vertritt Ausfälle intern und bringt Erfahrung aus vielen Mandaten mit. Dafür zahlst du den Overhead mit, und bei kleinen Budgets bekommst du zu wenig Stunden, damit etwas spürbar wird. Full-Service-Agenturen decken alles ab, Boutiquen konzentrieren sich auf zwei oder drei Disziplinen und sind für die meisten KMU die passendere Grösse. Welche Agenturen es in der Schweiz gibt und was sie kosten, zeigt die Übersicht der Marketing-Agenturen Schweiz.
Die Marketing-Flatrate
Ein fixer Monatsbetrag für einen definierten Umfang: etwa eine bestimmte Anzahl Beiträge, Stunden oder Kampagnen pro Monat, manchmal auch «unbegrenzte Anfragen, eine nach der anderen». Anbieter sind Agenturen, spezialisierte Studios oder Freelancer-Kollektive. Der Vorteil ist die Planbarkeit: Du weisst am Jahresanfang, was Marketing kostet. Der Haken: Was nicht im Umfang steht, kostet extra, und die Qualität hängt davon ab, wie knapp der Anbieter kalkuliert hat.
Was Marketing Outsourcing für KMU kostet
Unabhängig vom Modell ergeben sich aus den Schweizer Stundenansätzen drei typische Budgetstufen. Sie gelten für Freelancer, Agentur und Flatrate gleichermassen, nur die Verteilung der Stunden ist anders.
- CHF 500 bis 1'500 pro Monat: eine fokussierte Disziplin, meist Local SEO mit gepflegtem Google-Unternehmensprofil oder eine laufende Social-Media-Präsenz. Freelancer oder kleine Flatrate.
- CHF 2'000 bis 5'000 pro Monat: der KMU-Standard mit zwei bis drei Disziplinen, etwa SEO plus Content oder Anzeigen plus Website-Pflege. Boutique-Agentur oder umfangreichere Flatrate.
- CHF 5'000 bis 12'000 pro Monat: Mittelstandsniveau mit dediziertem Team, mehreren Kanälen und strategischer Begleitung, plus Mediabudget für bezahlte Werbung. Agentur.
Einmalige Projekte wie eine neue Website oder ein Branding kommen separat dazu, ebenso das Mediabudget für Google Ads und Social Ads, das nie im Honorar enthalten ist. Konkrete Spannen für dein Vorhaben liefert der Agenturkosten-Rechner.
Agentur oder Freelancer: die Entscheidung in fünf Fragen
- Wie viele Disziplinen sollen laufen? Eine: Freelancer. Zwei oder drei, die zusammenspielen: Agentur.
- Wie hoch ist das Budget? Unter CHF 2'000 monatlich bekommst du bei einer Agentur zu wenig Stunden, dort ist der Freelancer effizienter. Ab CHF 3'000 dreht sich das Verhältnis, weil sich Koordination und Synergien lohnen.
- Wer koordiniert? Hast du intern jemanden, der Freelancer steuert, Briefings schreibt und Resultate prüft? Wenn nicht, übernimmt das die Agentur, und du bezahlst dafür.
- Wie kritisch ist Verfügbarkeit? Laufende Kampagnen mit Mediabudget dürfen nicht zwei Wochen unbeaufsichtigt laufen. Eine Agentur vertritt intern, ein Freelancer meist nicht.
- Wie stabil ist der Bedarf? Schwankt er stark, passt der Freelancer auf Stundenbasis. Ist er gleichbleibend, wird eine Flatrate interessant.
Marketing-Flatrate: wann sie passt und wo die Haken liegen
Eine Flatrate passt, wenn dein Bedarf jeden Monat ähnlich aussieht: vier Blogbeiträge, zwölf Social-Media-Posts, ein Newsletter, die Pflege der Anzeigen. Du bekommst Planbarkeit und musst nicht jede Stunde abrechnen. Drei Dinge prüfst du vor der Unterschrift. Erstens den Umfang: Was genau ist enthalten, was gilt als Zusatz, und wie wird der Zusatz verrechnet? Zweitens die Reaktionszeit: «Unbegrenzte Anfragen» bedeutet in der Praxis oft eine Anfrage nach der anderen mit mehreren Tagen Wartezeit. Drittens den Ausstieg: Eine Flatrate mit zwölf Monaten Bindung ohne Kündigungsrecht ist ein Warnsignal, drei Monate Mindestlaufzeit mit einem Monat Kündigungsfrist sind branchenüblich. Wer ein Marketing-Konzept braucht statt nur Umsetzung, ist mit einer Flatrate falsch beraten, denn Strategie lässt sich nicht in Stückzahlen packen.
Hybrid: was du selbst machst und was du abgibst
Die meisten erfolgreichen KMU mischen. Selbst gemacht funktioniert dort, wo Authentizität mehr zählt als Perfektion: das eigene LinkedIn-Profil, Kundenfotos, das Google-Unternehmensprofil, die Antwort auf Bewertungen. Ausgelagert wird, was Fachwissen und Routine braucht: Suchmaschinenoptimierung, Google Ads und Social Ads, Design, Videoproduktion. Ein bewährtes Modell für mittlere KMU: Strategie und Steuerung intern bei einer Person mit Marketing-Verantwortung, Umsetzung extern bei einem oder zwei Spezialisten. So bleibt das Wissen über Zielgruppe und Positionierung im Haus, und die Handwerksarbeit wird von Profis erledigt.
Unabhängig vom Modell gilt: Die Konten gehören dir. Google-Unternehmensprofil, Analytics, Search Console, Werbekonten und Social-Media-Accounts laufen auf den Namen deines Unternehmens, nicht auf den des Anbieters. Wer das versäumt, verliert beim Wechsel Daten, Historie und die Lerndaten der Werbealgorithmen.
So findest du den passenden Partner
Kläre zuerst das Ziel und das Budget, dann das Modell, erst danach den Anbieter. Verlang Fallbeispiele aus deiner Branche und Grössenordnung mit Zahlen vor und nach der Zusammenarbeit, nicht nur Logos. Frag, wer konkret an deinem Mandat arbeitet, und lass dir das Reporting zeigen, das du monatlich bekommen würdest. Und starte mit zwei bis drei Monaten, in denen sich zeigt, welche Hebel bei dir greifen, statt mit einem Zwölf-Monats-Paket. Auf mmesh.ai beschreibst du dein Vorhaben in fünf Minuten im Briefing, die KI matcht dich kostenlos und neutral mit Freelancern, Boutiquen und Agenturen, die zu Budget, Disziplin und Region passen. Ob am Ende ein Freelancer, eine Agentur oder eine Flatrate die richtige Wahl ist, entscheidet dein Bedarf, nicht die Verkaufsseite des Anbieters.

